#042 - Mehr von weniger: Entscheidungen für mehr Klarheit
Shownotes
Mehr von weniger: Entscheidungen für mehr Klarheit
In dieser Folge geht es um:
- warum weniger manchmal mehr Raum schafft
- was Ausmisten mit Entscheidungen treffen zu tun hat
- warum Loslassen nicht immer Verzicht bedeutet
- warum mehr Tiefe manchmal wichtiger ist als mehr Neues
SHOWNOTES:
Link zur Umfrage "Charisma in der Chorleitung"
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mehr über Gudrun Luise Gierszal unter www.gudrungierszal.com
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Kooperationspartner: Sing-Akademie zu Berlin
Musik: Oli Bott
Dieser Podcast wurde realisiert mit Unterstützung der Stiftung am Grunewald
Transkript anzeigen
00:00:15: Herzlich willkommen zum Podcast Resonanz Junge Stimmen.
00:00:18: Inspiriert Kinder und Jugendköre leiten!
00:00:21: Mein Name ist Gudrun Gierschall, ich bin Musikerin, Kinder- und Jugendkoleiterin und Mitarbeiterin beim Staats- und Domkorps an der Universität der Künste Berlin und ich begleite Koaliterinnen und Korleiter vom Methoden Stress zu musikalischer Intelligenz, audiationsbasiert, bewegungszentriert und beziehungsstark.
00:00:39: Raus aus dem Alltagsdruck hinein in ein System das dich trägt.
00:00:43: Innere Ordnung, klare Schritte mehr Musik.
00:00:47: So wird dein Chor zum Resonanzraum für Wachstum, für deine Sängerin und für dich selbst!
00:01:02: In der heutigen Folge Folge forty-two nehme ich Dich mit in den Start meines Podcastjahres Nummer drei.
00:01:09: Es geht um eine Pause die ich gebraucht habe und mich ein bisschen zu sortieren um die Frage was bleibt?
00:01:14: Was darf gehen und warum weniger manchmal nicht Verlust bedeutet sondern einfach neun Raum schafft.
00:01:20: Ich erzähle dir welche beruflichen Erfahrungen mich in den letzten Monaten besonders berührt haben, warum ein paar Tage ausmisten für mich überraschend viel mit Klarheit zu tun hatten und welche Entscheidungen ich für meine Arbeit, meine Projekte und diesen Podcast getroffen habe.
00:01:36: Das ist eine ziemlich persönliche Folge über Loslassen weitergehen und die Frage wie aus weniger wieder mehr Tiefe entstehen kann!
00:01:56: Herzlich Willkommen zu meiner neuen Folge.
00:01:58: Das ist tatsächlich die erste Folge nach ungefähr sechs Wochen Pause.
00:02:03: Im Mai habe ich ja gar keine Podcast-Folge veröffentlicht und gleichzeitig ist das jetzt heute, damit die erste Folge im dritten Lebensjahr dieses Podcasts denn die erste folge von Resonanz Junge Stimmen ist am zweiten Mai, zwei tausend vierundzwanzig erschienen.
00:02:19: Das heißt Ende April ist nun der zweite Förderzeitraum für diesen Podcastprojekt ausgelaufen Und somit beginnt mit der heutigen Podcastfolge sozusagen das dritte Kapitel.
00:02:30: Und die Pause im Mai, die habe ich mir irgendwie bewusst genommen.
00:02:34: Irgendwie habe ich die Zeit gebraucht um mich ein bisschen zu sortieren und zwar nicht nur in Bezug auf den Podcast sondern so ein bisschen grundsätzlich.
00:02:45: Da waren irgendwie einige Fragen, die in mir gearbeitet haben.
00:02:49: also wie möchte ich eigentlich weiterarbeiten?
00:02:54: Was möchte ich jetzt eigentlich mit diesem Podcast?
00:02:56: Welche Projekte beruflicherweise sind mir eigentlich wirklich wichtig, was möchte ich weiterführen und was darf vielleicht auch
00:03:03: gehen?".
00:03:06: Und darüber möchte ich ein bisschen heute sprechen.
00:03:09: Deshalb wird diese Folge jetzt eine etwas persönlichere Folge.
00:03:13: Ich nehme dich so ein bisschen mithinter die Kulissen, so wie es eigentlich schon vor einem Jahr gemacht habe als das erste Podcast ja zu Ende ging weil ich immer einen Übergang ganz gut finde, einen guten Moment finde um einmal kurz innezuhalten sich eben kurz zu fragen, wo stehe ich eigentlich gerade?
00:03:29: Was hat mich beschäftigt und wohin soll es irgendwie so weitergehen.
00:03:34: Denn dieses Schuljahr war für mich ja keine leichte Zeit.
00:03:40: Die letzten neun Monate waren geprägt von super vielen Zweifeln wie ich sie gar nicht von mir so kenne Und ich meine damit nicht die normalen Zweifel man halt so immer mal hat, wenn ein Projekt irgendwie schwierig ist oder wenn eine Probe nicht so gut läuft oder so.
00:03:57: Aber es waren irgendwie so grundlegendere Fragen.
00:04:02: Ich habe mich ebenso gefragt, will ich eigentlich das alles was ich gerade so mache überhaupt so weitermachen?
00:04:09: Und ich hab mich auch gefragt ob ich meine Mission und meine Berufung wirklich noch so fühle wie früher, ob das wirklich noch meine Berufungen heute ist oder ob es vielleicht auch Zeit ist für so eine neue Ausrichtung.
00:04:24: Und wenn man dann erst mal so anfängt, dann kommen halt ganz viele Gedanken die dann so auftauchen.
00:04:30: Will ich jetzt hier in dieser Festanstaltung so bleiben wie ich's jetzt gerade habe?
00:04:34: Sollte ich mal was anderes machen?
00:04:36: Vielleicht mal etwas ganz anderes?
00:04:38: Vielleicht brauche ich einfach meinen anderen Kontext neuer Aufgaben und ich hab mich tatsächlich zwischendurch gefragt, ob ich vielleicht mal irgendwas machen sollte das gar nichts mit Kindern und musikalischer Bildung zu tun hat.
00:04:54: Dann habe ich mich aber auch gefragt, was sich sonst eigentlich außerdem, was ich tue gut kann.
00:04:59: Und dann ist mir ehrlich gesagt auch gar nicht so viel eingefallen.
00:05:02: und neben diesen ganzen Fragen kamen in diesem Jahr eben auch superstarke, richtige Selbstzweifel die ich irgendwie sehr lange so nicht mehr hatte von denen ich dachte dass ich diese längst hinter mir gelassen habe und diese ganz tief an meinen Selbstwert ging als Musikerin, als Pädagogin oder als Mensch Mit diesen immer gleichen Fragen, die dann so kommen.
00:05:26: So ist das überhaupt gut was ich da mache?
00:05:28: Ist das überhaupt
00:05:29: sinnvoll?".
00:05:31: Und natürlich waren diese Fragen jetzt nicht die ganze Zeit da aber sie kamen immer wieder in Sowellen und die haben mich eben durch die letzten Monate begleitet und mit der Zeit wurde mir dann irgendwie klar vielleicht geht es gar nicht darum etwas völlig anderes zu machen Denn eigentlich fehlt es mir noch wirklich nicht an Möglichkeiten.
00:05:52: Eher im Gegenteil, ich habe eigentlich eben viel zu viele Projekte.
00:05:56: Ich hab meine Festanstellung die sehr, sehr viel Raum einnimmt und alle arbeiten, die damit zu tun haben – die pädagogische Führung meiner Gruppe, die ganzen Konzertprojekte, die ganz übergreifende Projekten, die ganze Kooperationen.
00:06:09: Ich habe meinen Podcast, ich hab mein eins-zu-eins-Mendring, ich hat mein eigenes Ensemble Mobile Musiker mit den Konzerten für Familien und Kinder.
00:06:17: Ich habe die Fortbildung, die ich gebe.
00:06:19: Ich hab natürlich meine Familie und dann die ganzen Projekte und Ideen, die... ...ich eheständig im Kopf noch darüber hinausbewege Und irgendwie habe ich dann gemerkt Das Problem ist vielleicht nicht dass ich zu wenig habe Sondern das es einfach zu viel geworden ist Und zwar nicht unbedingt zu viel Arbeit sondern eher zu viele Dinge Die gleichzeitig meiner Aufmerksamkeit möchten.
00:06:48: Es gibt einen Grundkonflikt ... der mich natürlich eigentlich schon begleitet, seit ich Kinder habe.
00:06:54: Also seit vierzehn Jahren!
00:06:56: Der Konflikt so zwischen meinen beruflichen Projekten und der Zeit für meine Familie... ... denn ja, meine ganzen Projekte finden natürlich alle an Wochenenden statt.
00:07:06: Konzerte, Fortbildungen, Reisenveranstaltungen.
00:07:09: Und meine ganzen festen Arbeitszeiten liegen natürlich am Nachmittag also genau da wo Familienleben auch stattfindet.
00:07:16: In diesem Schuljahr war es aber eben wieder mal so... Wie es schon häufiger war, dass es in der Woche gar keinen Nachmittag gibt.
00:07:25: Der wirklich frei ist für die Familie und das dann so.
00:07:31: jeder Raum fehlt im Familienleben für Spontanität und Gemeinsamkeit und Zeit mal für Freunde und so.
00:07:37: Und wenn dann befreundete Familien mal gefragt haben wollen wir uns vielleicht mal verabreden?
00:07:42: Dann habe ich immer gedacht so Ich weiß gar nicht wann ja nächste Woche gehts nicht übernächste auch nicht also eigentlich geht's überhaupt nicht Und ich habe manchmal sogar meine Kinder früher von der Schule abgeholt, um mit ihnen zum Arzt zu gehen.
00:07:55: Weil ich einfach nicht wusste wann ich sonst einen Arzttermin unterbringen soll.
00:07:58: und das sind dann irgendwie so Momente in denen ich dann so denke, hm irgendwas ist vielleicht nicht ganz im Gleichgewicht und wo ich mich dann halt frage setze Ich wirklich gerade die richtigen Prioritäten und treffe ich die richten Entscheidungen oder lasse ich mich mehr so von allem treiben was irgendwann eben einmal wichtig war?
00:08:20: Und dann habe ich irgendwann aufgehört zu fragen, was soll ich denn jetzt alles anders machen?
00:08:26: und habe angefangen zu fragen.
00:08:29: Wann habe ich mich in diesem Jahr eigentlich so wirklich lebendig und mit mir verbunden gefühlt?
00:08:35: Wann hatte ich das Gefühl, wirklich mit meinem inneren Sinn verbunden zu sein und gespürt zu Ja genau dafür mache ich das!
00:08:45: Da gab es drei berufliche Erfahrungen die mir sofort eingefallen sind Die Begegnung mit unserem ukrainischen Gastchor, da war die Musik plötzlich viel mehr als nur ein künstlerisches Projekt.
00:08:59: Denn da ging es um Begehnungen über Sprach- und Landesgrenzen hinweg und um diese Verständigung durch das gemeinsame Musizieren und um Menschlichkeit und um die Frage was Musik in einer Welt leisten kann, in der einfach soviel auseinander fällt.
00:09:18: Und diese Begegnung hat mich noch einmal sehr tief daran erinnert welche Kraft Musik entfalten kann.
00:09:26: Und die zweite Erfahrung war unser großes Konzertprojekt.
00:09:28: Statt der Vögel mit den Schulkonzerten, viertausend, sechshundert Berliner Grundschulkinder, da saßen diese unglaublich vielen Kinder im Saal aus ganz unterschiedlichen Kontexten, aus ganz verschiedenen Berliner Lebenswelten und auf der Bühne standen eben auch nochmal über hundert mitwirkende Kinder- und Jugendliche... ...und alle sind gemeinsam in dieser musikalische Welt eingetaucht!
00:09:52: In solchen Momenten spüre ich dann dass Musik ein gesellschaftlicher Begegnungsraum sein kann und einen Raum für Kreativität, einen Raum in dem sich Lebenswelten öffnen können.
00:10:05: Da kommen Kinder zusammen die sonst vielleicht niemals solche Erfahrungen machen würden.
00:10:08: Und da habe ich wieder so gedacht, ja das macht dann Sinn!
00:10:14: Das ist dann ein Raum mit dem so viele Dinge zusammenkommen, die mir meinen Herzensanliegen wirklich sind.
00:10:23: Die dritte Erfahrung waren Meine Konzerte in dieser Spielzeit mit meinem Ensemble Mobile Musica am Stadstheater Cottbus, wo wir eine Konzertreihe haben.
00:10:34: Bei den Musikfestspielen Heuerswerder und bei den Brandenburgischen Sommerkonzerten jetzt am Wochenende – das waren in diesem Jahr so einige der schönsten Konzierte für mich!
00:10:45: Weil dort eben wie ein Geschenk Räume entstehen, in denen Freude und Miteinander spürbar werden Räume entstehen, in denen Musik als Ausdruck von Gemeinschaft wirklich fühlbar wird.
00:11:02: Und ich merke das in diesen Konzerten so viele Identitäten von mir zusammenkommen.
00:11:07: Ich als Musikerin, ich als Pädagogin und auch mit meiner Persönlichkeit und meiner Energie, dass ich da irgendwas öffnen darf, wofür ich eine Dankbarkeit verspüre?
00:11:19: Weil dann irgendwie es gibt sowas so, dass da sowas einklickt wo ich dann so für so hier stimmt jetzt.
00:11:23: Hier bin ich jetzt am richtigen Ort Und ich bin dann einfach dankbar, dass sich solche Räume gestalten darf.
00:11:31: Und aus diesen Erfahrungen habe ich für mich nochmal so eine wichtige Erkenntnis mitgenommen.
00:11:36: Denn meine Zweifel von denen ich auch erzählt habe erzählen mir selber eben oft etwas davon wovor ich Angst habe und meine Lebendigkeit erzählt mir etwas was mir wirklich wichtig ist.
00:11:53: Und da gab es noch ne andere Erfahrung in diesem Frühjahr.
00:11:57: Ich war vier Tage allein in Berlin, meine Familie war unterwegs und ich hatte Urlaub.
00:12:03: Und keine Familienzeit!
00:12:05: Das war eine sehr ungewöhnliche Situation.
00:12:08: Da war plötzlich so ein Raum da... ...und ich bin dann wie in einen Waren gekommen und habe die ganzen vier Tage lang ausschließlich damit verbracht auszumisten.
00:12:20: Auch bisschen absurd aber ich hatte es mir auch vorgenommen, aber das war dann wie so ein Rausch irgendwie.
00:12:26: Ich habe Schränke ausgemistet, Ordner, Kisten, CDs, elektronische Geräte, alte Unterlagen.
00:12:31: Dinge die ich seit Jahren aufgehoben hatte, die ich Seit Jahrzehnten gefühlt nicht mehr angeschaut hatte.
00:12:38: und dabei ging es dann zunächst eigentlich nur um Gegenstände aber dann irgendwie plötzlich um vielmehr weil das ging natürlich auch um die Erinnerungen mit den Gegenständen verbunden waren.
00:12:49: Um alte Projekte, um alte Pläne, um Vorstellungen davon wie Dinge einmal werden sollten.
00:12:58: Und wenn man dann diese Dinge so in die Hand nimmt, dann begegte man plötzlich den früheren Version seiner selbst Bildern davon wer man einmal sein wollte Ideen was einem einmal wichtig war und Lebensgefühle die zu jeder Zeit irgendwie so dazugehört haben.
00:13:18: Das war dann superemotional weil mir dann so klar wurde dass das man auch so diese Anteile von sich verabschieden darf loslassen kann und dass man sich von dem verabschiedet, wer man selbst einmal gewesen ist.
00:13:35: Nicht weil diese Person irgendwie falsch war und nicht weil die Träume falsch waren, die man damals hatte sondern weil sie zu ihrer Zeit halt richtig waren aber jetzt nicht mehr gebraucht werden.
00:13:45: und dann stand ich manchmal mit so einer Kiste oder einer alten CD in der Hand und wusste wieder ganz genau wie ich mich damals gefühlt habe und welche träume ich hatte, welche hoffnung ich hatte?
00:13:56: Welche Pläne, welche Sehnsüchte Welche Ängste?
00:14:01: Und gleichzeitig entstand er mit jedem Gegenstand, den ich so losgelassen habe und verabschieden konnte.
00:14:08: Mehr Raum mehr Luft mehr Freiheit und mehr Klarheit.
00:14:17: Das klingt jetzt irgendwie so absurd aber das Ausmisten war so eine super starke Erfahrung dieses Jahr für mich Denn je mehr ich losgelassen habe, desto mehr hatte ich so das Gefühl wieder atmen zu können.
00:14:29: und dieser Raum entstand dann eben nicht nur in meinen Schränken und Regalen sondern auch im meinem Kopf.
00:14:35: Und irgendwann hab' ich gedacht vielleicht wünsche ich mir genau dass gerade auch für andere Bereiche meines Lebens.
00:14:43: Ich will einfach von allem weniger Weniger to do's, weniger Emails, weniger Aufgaben, weniger Reize, weniger Dinge die gleichzeitig Aufmerksamkeit wollen und zwar nicht aus dem Mangel damit einfach wieder mehr Raum entsteht.
00:15:03: Raum für Ideen, Raum für schöpferische Kraft, Raum einfach für das Leben und Raum für so eine innere Weite und zu einer Offenheit des Geistes.
00:15:14: Und ich habe dann gemerkt dass ich super viele Entscheidungen von mir her geschoben habe die ganze Zeit und natürlich auch aus Angst.
00:15:21: Manchmal tue ich mich so schwer, mich zu entscheiden.
00:15:23: Weil eine Entscheidung für etwas ist ja auch immer eine Entscheidung gegen etwas und dann entscheide ich mich nicht so richtig für das eine weil ich mich auch nicht gegen das andere entscheiden kann.
00:15:33: Und da hab' ich mich manchmal so gefühlt wie an so einer ständig an so ner inneren Kreuzung stehen und ich wisse, lauf jetzt geradeaus oder doch links oder rechts oder will ich eigentlich auch wieder zurücklaufen?
00:15:43: Und dann ist mir irgendwie so klar geworden es ist einfach Zeit, Entscheidungen zu treffen!
00:15:50: Und deshalb erzähle ich dir jetzt... was ich für mich entschieden habe, loszulassen.
00:15:58: Ich hab mich zum Beispiel entschieden keine Offline-Fortbildung mehr anzubieten.
00:16:03: Ich habe in den letzten Wochen und Monaten super viele Anfragen bekommen, weil wie so als je mehr ich das sozusagen nicht mehr so fühlen kann, desto mehr Anfragen kommen.
00:16:11: Und ich hab eben irgendwie gespürt, dass es gerade einfach nicht der Raum, in dem meine Energie fließt.
00:16:17: Und...ich hab mich auch entschieden die Expert-Colts in der bisherigen Form nicht mehr weiterzuführen.
00:16:23: ob ich mir was anderes stattdessen überlege.
00:16:25: Erstmal lasse ich diese Idee so los und gucke, was in diesem Raum Neues entsteht?
00:16:34: Und ich habe auch immer mal wieder darüber geredet.
00:16:36: mich hat super lang schon die Idee beschäftigt.
00:16:38: Ich wollte eigentlich mal ein begleitetes Online-Gruppenprogramm für Kinder und Jugendkoleiteren entwickeln.
00:16:44: Und ich hab das ganze Konzept schon in der Schubladung.
00:16:46: Ich habe auch schon ganz viele Gedanken und Zeit da reingesteckt und ich habe mich jetzt trotzdem entschieden dieses Projekt erstmal zur Seite zu legen und in eine Schublade zu legen, ich glaube die Zeit kommt.
00:16:57: Ich werde das noch machen aber irgendwie gerade nicht jetzt weil ich mich für was anderes entschieden habe.
00:17:08: Weil diese Dinge gerade nicht die Dinge sind in die meine Kraft fließen soll.
00:17:15: Das heißt indem ich die Dinge loslasse hab' ich mich neu für andere Dinge wieder entschieden.
00:17:22: Ich habe mich zum Beispiel dafür entschieden wieder mit voller Energie für meine pädagogische Arbeit, weil ich einfach immer wieder trotz aller Zweifel merke dass mir diese Arbeit wirklich Freude macht.
00:17:32: Sie mir Sinn gibt sie mir leicht fällt und Ich sie einfach mag!
00:17:39: Ich entscheide mich für gesellschaftlich wirksame Konzertprojekte.
00:17:44: Ich möchte irgendwie Projekte machen die Menschen zusammenbringen Die Begegnungsstiften Die Musik nicht nur so eine Aufführung verstehen sondern als einen Raum mit dem etwas zwischen Menschen entstehen kann.
00:17:58: Ich entscheide mich auch für die Musikerin in mir und deshalb entscheide ich, mich auch mehr Energie in mein Assemble mobile Musiker fließen zu lassen.
00:18:07: Und in all die Ideen und Fäden, die sich dort im letzten Jahr entwickelt haben.
00:18:12: Und ich entscheide nicht für diesen Podcast denn das war natürlich auch eine Frage wie ich diesen Podcast wirklich so weitermachen weil schon viel Arbeit aber ich habe auch gemerkt ja irgendwie macht es mir Spaß zu podcasten und ich bin auch wirklich damit verbunden mit meinem warum Darüber.
00:18:31: Und weil dieser Podcast eben ein Ort geworden ist, an dem ich natürlich über Chorarbeit und musikalisches Lernen und pädagogisches Handeln nachdenke aber auch über Selbstführung sprechen kann wie heute.
00:18:46: Ich entscheide mich auch dafür mein eins zu eins Mentoring weiterzuführen.
00:18:51: Aber auch in einer etwas veränderten Form.
00:18:53: Ich möchte irgendwie weniger Menschen eins zu eines begleiten und dafür noch individueller und mehr die Tiefe weniger nach so einem festen Fahrplan mehr orientiert an den Menschen, der vor mir setzt.
00:19:04: An seinen Fragen, seinem Kontext seiner Persönlichkeit und seinem nächsten Schritt.
00:19:10: Und heute Morgen war ich einen Kaffee trinken mit meinem lieben Freund und Kollegen und du partner olibot und Der hat mir wieder einmal ein Satz gesagt Den ich auch schon von dem kenne aber der hat mich irgendwie jetzt wieder so.
00:19:22: Der ist wieder auf den punkt getroffen den habe Ich so für mich wieder mitgenommen Denn er sagt immer if you want to do something new do it deeper.
00:19:30: Also wenn du etwas Neues machen willst, dann geh tiefer mit dem was du ohnehin tust.
00:19:36: Ich glaube das ist so mein Credo für dieses Jahr.
00:19:39: Vielleicht brauche ich gerade gar nichts Neues vielleicht brauche nicht ein neues Projekt kein neues Format keine neue berufliche Ausrichtung keine neue Idee was man jetzt noch wieder alles machen könnte?
00:19:50: Vielleicht geht es vielmehr darum tiefer noch in das hineinzuwachsen was bereits da ist also noch tiefer meine pädagogische Arbeit tiefer in meinen musikalisches Wachstum tiefer in die Zusammenarbeit mit den Sängern und Sängeren, die ich ihm begleiten darf.
00:20:06: Tiefer in Musik, tiefer im Projekte, die wirklich wichtig sind.
00:20:11: Tiefer in Begegnung mit Menschen.
00:20:15: Und vielleicht bedeutet so die menschliche Reife, die man so hofft zu erwerben im Laufe seiner Lebensjahre?
00:20:26: Vielleicht... bedeutet, dass man nicht mehr jeder guten Idee hinterher rennt sondern einfach bewusster auswählt.
00:20:35: Und den Mut auch mal hat sich festzulegen und darauf zu vertrauen das man dadurch nicht nur etwas verliert sondern auch etwas gewinnt nämlich Aufmerksamkeit Präsenz und Tiefe.
00:20:49: und vielleicht kennst du solche Fragen auch?
00:20:52: Vielleicht nicht in Bezug auf Chorarbeit oder Musik.
00:20:55: Oder vielleicht auch in Bezug auf Chorarbeit oder Musik, aber vielleicht gibt es auch in deinem Leben in anderen Bereichen einfach das Gefühl dass da zu viele Dinge sind die gleichzeitig um Aufmerksamkeit kämpfen.
00:21:06: Projekte Ideen Verpflichtung Aufgaben Erwartungen und Vielleicht haben all diese Dinge eben ihre Berechtigung.
00:21:14: und trotzdem spürst du alles zusammen ist irgendwie zu viel geworden.
00:21:20: Und dann möchte ich dir heute eine Frage mitgeben was darf bleiben und was darf gehen.
00:21:29: Wofür möchtest du bewusst ja sagen?
00:21:32: Und worauf kannst du vielleicht auch mal zumindest für eine Zeit bewusst verzichten, damit wie der Raum entsteht?
00:21:40: Raum für das, was wirklich wichtig ist.
00:21:44: Raum für neue Ideen, für Kreativität, für Begegnung und für Offenheit des Geistes.
00:21:52: Ich habe in den letzten Monaten irgendwie nach dieser Klarheit gesucht und ich glaube diese Klarheit beginnt oft Mit einer Entscheidung.
00:22:02: Mit einem Loslassen und mit eben diesem ausgesprochenen Ja zu etwas, und einem ausgesprochene Nein zu etwas.
00:22:10: Und deshalb wollte ich diese Gedanken heute mit dir teilen... ...und weil dieser Podcast für mich genau so ein Ort ist, ein Ort an dem es natürlich im Co-Arbeit und musikalisches Lernen geht aber eben auch immer wieder um die Frage wie führen wir uns selbst in diesen Beruf?
00:22:28: In diesen Aufgaben?
00:22:30: In diesem Leben?
00:22:32: Und ich freue mich sehr, mit dir zusammen in das dritte Jahr von Resonanz junge Stimmen zu gehen.
00:22:38: Ich freue mich ganz doll wenn ich dich hier weiter begleiten darf auf diesem Wege!
00:22:42: Bevor ich mich jetzt für heute verabschiede möchte, ich dich noch auf eine Studie meiner lieben Kollegin Judith Rautenberg aufmerksam machen.
00:22:48: Sie kennst du eigentlich auch schon aus dem Podcast und vom Expert-Call.
00:22:52: Judith schreibt gerade ihre Doktorarbeit im Bereich Music Education an der George Mason University und beschäftigt sich daran mit dem spannenden Thema Charisma in der Core-Leitung.
00:23:03: Was lässt Core-leitende eigentlich charismatisch wirken?
00:23:07: Und welche Aspekte spielen in der Beziehung zwischen Core- Leitung, Sängerin oder Sängern eine Rolle?
00:23:13: Gibt es da vielleicht auch Unterschiede zwischen Europa und den USA?
00:23:17: Für dieses Forschungsprojekt sucht Judith jetzt möglichst viele Menschen die an einer kurzen Umfrage teilnehmen – egal ob jetzt Core- leitung oder Sängerin.
00:23:25: Der Fragebogen dauert maximal zehn Minuten und ich finde das Thema super spannend und unterstütze sehr gerne Judith's Arbeit.
00:23:31: Und deswegen stelle ich dir den Link in die Show Notes zu der Umfrage, wenn du also selbst im Chor singst oder ein Choreitest oder Menschen kennst für diese Studie interessant sein könnte, dann leite supergern den Link weiter!
00:23:45: Und ansonsten wünsche ich dir eine ganz schöne Zeit.
00:23:47: Vielen Dank fürs Zuhören, keep on singing und bis bald.
00:23:50: Gute Run!
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